Über die Trauer bei dem Verlust eines Haustieres
1. April 2010 von irisdawid
Gestern habe ich einem Freund mein Mitgefühl ausgesprochen, da er seinen Hund hat einschläfern lassen müssen. In dieser Kommunikation schien es mir, dass es ihm unangemessen schien, da ich meinen Mann verloren habe. Rational betrachtet steht für mich auch ein Menschenleben über das eines Tieres. Allerdings betrachtet man dasselbe Geschehen aus der emotionalen Sichtweise, sieht das schon ganz anders aus. Bei dem Verlust eines Menschen sind es viele Rollen, die der Mensch eingenommen hatte, die die Hinterbliebenen jetzt zu betrauern haben. Ein Haustier hat in der Regel „nur“ eine Rolle: Liebe zu geben und geliebt zu werden. Die Qualität der Beziehung zwischen dem Herrchen/ Frauchen und dem Haustier ist wohl immer maßgeblich entscheidend über die Tiefe der Trauer. Wahrscheinlich gibt es für einen Haustierbesitzer keinen besseren Zuhörer und Vertrauter als sein Haustier. Ihm erzählt man die Dinge, die man nicht so schnell einem Menschen anvertraut, bei einem schönen langen Spaziergang oder bei einer Kuschelrunde mit seinem Kätzchen. Da man auf sein Stillschweigen bauen kann.
Hinzu kommt unter welchen Umständen musste mein Tier sterben, war es Krank? Habe ich meinem Tier Erleichterung verschafft, war das mein letzter Liebesbeweis? Oder ist mein geliebtes Tier vergiftet worden? Dann ist der Tod so sinnlos und hinterhältig. Dadurch bekommt die Trauer noch eine ganz andere Dimension und andere Begleiterscheinungen, wo der Mensch sich mit auseinander setzen muss. Aber grundsätzlich sollte die eigene Trauer über den Verlust des geliebten Tieres nicht dadurch geschmälert oder bewertet werden, indem der Ausspruch:“ Es war ja nur ein Tier!“ getätigt wird. Es geht nicht um Bewertung, wer hat ein größeres Leid, nein, es geht einfach um die Trauer die der Mensch empfindet und auch empfinden darf bei dem Verlust „seines“ so geliebten Tieres.
Veröffentlicht in Allgemein, Zwischenmenschliches | Verschlagwortet mit Einschläfern, Haustier, Hund, Katze, Liebesbeweis, Trauer, Vergiftet | Kommentar schreiben » Plötzliches Singledasein
28. März 2010 von irisdawid
In meinem Fall ist es nicht nur das Singledasein, sondern auch den Status „verwitwet“ zu sein. Das ist schon ein dicker Brocken, der da verdaut werden will. Nun bin ich seit kurzer Zeit aus der Obhut meiner Schwester. Sie hat 4 Monate für mich mit gekocht und sich um mich gesorgt. Meine liebe Schwester (einer meiner Engel) herzlichen Dank für deine Fürsorge. Nun stehe ich in meinem „neuen“ Leben. Ich muss herausfinden, was von dem „uns“ noch „meins“ ist. Die Zeit der Neuorientierung beginnt. Sicher liegt in jedem Ende auch ein neuer Anfang, der auch sehr spannend sein kann. Das allerdings weiß im Moment nur mein Kopf, mein Gefühl spürt diese Aufregung des Neubeginns noch nicht. Das ist mit einer Trennung vom Partner nicht anders, denn eine Trennung vom Partner bezeichnet man auch als einen „kleinen“ Tod. Denn auch hier findet eine große Veränderung statt. Auch diese Menschen müssen nach einer Weile für sich entscheiden was von ihrem „uns“ noch „ihrs“ ist. Welche sind noch „meine“ Freunde? Kann ich unser Hobby noch ausführen, ohne das die Erinnerung so schmerzhaft ist? Was koche ich für mich? Plötzlich alleine zu sein, ist auch eine organisatorische Herausforderung. Entweder kaufe ich zu viel oder zu wenig ein. Plötzlich braucht man viel mehr Wäsche, da die Waschmaschinenladung kaum gefüllt ist. Alleine aus Essen gehen ist auch nicht wirklich schön, aber es ist nicht immer jemand zur Stelle und so muss man auch das irgendwann einmal lernen. Oder auch bei der Buchung einer Reise, jetzt benötigt man ja nur noch ein Einzelzimmer, welches aber locker um die 200,-€ teurer ist. Meist Doppelzimmer zur Alleinbenutzung…
Aber ich bin mir sicher, dass all diese Hürden überwältigt werden können. Man braucht sicher Mut, Geduld mit sich selbst und vor allem eine große Portion Selbstliebe.
Ich wünsche allen Singles viel Glück bei der Entdeckung ihres neuen Lebens. Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen.
Veröffentlicht in Allgemein, Persönliches, Zwischenmenschliches | Verschlagwortet mit Anfang, Ende, geduld, Gefühl, Glück, kleiner Tod, Mut, Partner, Selbstliebe, Single, Veränderung | Kommentar schreiben » Wenn die Liebe durch Geld bedroht wird
8. März 2010 von irisdawid
Wer kennt diese Situation nicht, wenn es wieder mal Streit um das Thema Geld gibt? Beziehungen leiden darunter sehr stark. Oft ist der Leidensdruck so groß, dass die Paare kapitulieren und am Ende ihrer einst so schönen Beziehung stehen.
Geldstreitereien sind oft Stellvertreterkonflikte, in denen es gar nicht wirklich um die Geldausgabe geht, sondern vielmehr um das was dahinter sich verbirgt.
Ein Beispiel: Er möchte einen Bankkredit für das neue Sportauto aufnehmen, sie schäumt vor Wut über. Es gibt Streit um den Kredit, den sie als „unnötige“ Geldausgabe sieht. In Wirklichkeit verbirgt sich aber die Angst, er könnte mit dem Sportwagen die Aufmerksamkeit anderer Artgenossinnen auf sich ziehen und eventuell davon fahren.
Ein anderes Beispiel ist: Sie kommt glücklich von einem Einkaufsbummel zurück, er hat überhaupt kein Verständnis für die „unnötige“ Geldausgabe für die Dekoration der Wohnung etc. Dabei will sie die Wohnung doch nur gemütlich machen. Auch hier steht ein anderes Problem dahinter, nämlich seine Existenzängste.
Unser widersprüchliches Verhalten wird durch die Bedeutung, dem wir dem Geld beimessen angelegt. Erst wenn wir begreifen, dass Geld weder gut noch böse ist, sondern es erst durch unsere Gedanken wird, kommen wir aus diesen Verhaltensmustern raus. Ein Teil unsere Persönlichkeit wird ausgelagert und das Geld übernimmt diesen Teil.
Ein Beispiel: Menschen, die Geld mit Sicherheit verbinden, fehlt es an der eigenen inneren Sicherheit. In diesem Beispiel, findet die Projektion GELD= Sicherheit statt. So verhält es sich auch bei der Kaufsucht, da werden innere Defizite, mangelndes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel etc. kompensiert. Dies ist für kurze Dauer und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Je unbewusster wir mit der Geldausgabe umgehen, umso problematischer wird es. Vor allem wenn zwei gegensätzliche Typen der Geldausgabe aufeinander treffen, kann das, was am Anfang positiv ist später zu einem echten Problem werden. Mehr noch: Das Sparverhalten oder das Ausgebemuster kann zur richtigen Bedrohung werden, da die eigene Persönlichkeit infrage gestellt wird.
Sie wollen mehr erfahren? Gerne können Sie mir eine Mail schreiben
Veröffentlicht in Allgemein, Vorbeugung, Zwischenmenschliches | Verschlagwortet mit Geld, Liebe Bedrohung, Teufelskreis, Persönlichkeit, Verhalten, Muster, Existenzängste, Problem, Beziehung, Steit | 2 Kommentare » Telekom-Mitarbeiter nach Selbstmord eines Greveners angezeigt
28. Februar 2010 von irisdawid
Nach dem Selbstmord eines 18-jährigen Mannes in Greven hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter der Telekom aufgenommen. Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vorab berichtet, hat die Polizei Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gestellt. Die Telekom-Beschäftigten hätten sich geweigert, die Identität des Mannes zu offenbaren, nachdem dieser in einem Internetforum seinen Selbstmord angekündigt hatte. Als die Polizei seine Adresse nach drei Stunden durch einen anderen Anbieter herausfand, hatte sich der 18-Jährige bereits das Leben genommen. Die Telekom sei der einzige Internetanbieter, mit dem es laut Polizei regelmäßig solche Probleme gebe. Ein Sprecher der Telekom sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Bonn, das Telekommunikationsgesetz erlaube die Herausgabe von Nutzerdaten nur, wenn eine unmittelbare Bedrohung für Leib und Leben bestehe. Es sei häufig schwer abzuschätzen, ob es sich bei Selbstmordankündigungen im Internet nur um einen „Jux“ oder Ernst handelte. „Die Mitarbeiter machen sich auf jeden Fall strafbar – entweder wegen Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz oder wegen unterlassener Hilfeleistung.“ Nur in Rheinland-Pfalz erlaube das Landesgesetz in solchen Fällen, die Herausgabe von Nutzerdaten. Zu dem konkreten Fall wollte das Unternehmen keine Angaben machen, um mögliche Ermittlungen nicht zu beeinflussen.
Quelle: ivz-online.de
Veröffentlicht in Allgemein, Vorbeugung, Zwischenmenschliches | Verschlagwortet mit Telekom, Selbstmord, Presse, Polizei Strafanzeige, Daten-schutz, Ermittlungen | Kommentar schreiben » Was bleibt sind die Erinnerungen
24. Februar 2010 von irisdawid
heute vor drei Monaten bist du gegangen- für immer!
Ich frage mich:” Wie es dir geht? Bist du jetzt glücklich? Hast du den Frieden, den du so sehr wolltest? “
Wir sind immer noch mit der Bewältigung des Ereignis beschäftigt und wenn wir beisammen sitzen, dann tauschen wir gerne liebevoll Erinnerungen aus. Gott sei dank, haben wir viele Erinnerungen an dich. Man sagt:” Die Erinnerungen sind wie Sterne die leuchten.” Noch sind die Erinnerungen schmerzhaft, noch leuchten die Sterne nicht.
Heute habe ich, in meinem Trauerprozess, endlich “die Wut” gespürt. Das ist sehr gut, das bedeutet, ich habe einen wichtigen Schritt erreicht. Dieses Stadion hat mir die Kraft gegeben, dass ich deine Kleidung in Säcke gepackt habe und sie nun entsorgen kann.
Die Wut ist bei mir aufgekommen, da ich heute die Tatortfotos gesehen habe. Es sind schlimme Bilder, aber es ist die Realität und sie sagt mir:” Das du endgültig gegangen bist und das auch so wolltest, kein Zweifel!” Das macht mich wütend.
Für alle, die Suizidgedanken haben, sie sollten sich dringend mit Hinterbliebene eines Suizids unterhalten und hören was sie zu sagen haben. Das diese Tat ihr lebenlang zu ihnen gehört und auch ihr Leben verändert.
Nichts ist mehr so, wie es ein Mal war!!!
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